TEACCH und SENcastle: Eine Synergie aus strukturiertem Lernen und sensorischer Technologie
Den TEACCH-Ansatz verstehen
TEACCH (Treatment and Education of Autistic and Communication-handicapped Children) ist ein umfassender Ansatz zur Förderung und Unterstützung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Seine Philosophie basiert auf der Akzeptanz von Neurodiversität und der Anpassung der Umgebung an das Individuum, anstatt umgekehrt (Mesibov, Shea & Schopler, 2005). Durch strukturierten Unterricht, den Einsatz visueller Hilfsmittel und individualisierte Methoden fördert der TEACCH-Ansatz die funktionelle Selbstständigkeit und reduziert Ängste.
Warum ist SENcastle für TEACCH relevant?
SENcastle ist ein interaktives, multisensorisches Gerät, das Nutzern Stimulation durch Licht, Ton, Berührung und Vibration bietet. Es wurde für Kinder und Erwachsene mit Entwicklungsstörungen entwickelt und wird in pädagogischen und therapeutischen Einrichtungen eingesetzt. Dank seiner Modularität und der vielfältigen Personalisierungsmöglichkeiten ergänzt es ideal den strukturierten und visuell orientierten TEACCH-Ansatz.
Vergleich des TEACCH-Ansatzes und von SENcastle
Struktur und Vorhersagbarkeit: Eine Grundlage für die Stressreduzierung
Ein zentrales Merkmal des TEACCH-Ansatzes ist die Strukturierung von Raum und Aufgaben. Der Einsatz klarer visueller Zeitpläne, festgelegter Arbeitsbereiche und effektiver Zeiteinteilung reduziert Stress bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) deutlich (Schopler, Mesibov & Hearsey, 1995). SENcastle erhöht die Vorhersagbarkeit durch sensorisches Feedback und stärkt so das Gefühl von Kontrolle und Autonomie der Nutzer.
Multisensorische Stimulation und sensorische Integration
Während TEACCH die visuelle Unterstützung betont, zeigen Studien, dass Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) häufig spezifische sensorische Profile und Bedürfnisse aufweisen (Baranek et al., 2006). SENcastle bietet individuell anpassbare sensorische Reize, die die Verhaltensregulation, die Aufmerksamkeit und die aktive Teilnahme an geplanten Aktivitäten fördern – Schlüsselfaktoren für effektives Lernen. Vibrationen, Lichteffekte und Klänge helfen, die Aufmerksamkeit zu lenken und ein tieferes Eintauchen in die Aktivität zu ermöglichen.
Kommunikationsunterstützung und AAC-Integration
TEACCH integriert häufig Strategien der Unterstützten Kommunikation (UK), wie beispielsweise das Bildaustausch-Kommunikationssystem (PECS) oder Kommunikationstafeln (Quill, 2000). SENcastle lässt sich mit verschiedenen Kommunikationssymbolen und -software (z. B. PCS, Widgit) verbinden und ermöglicht so die Wiedergabe aufgezeichneter Nachrichten sowie die Unterstützung nonverbaler Kommunikation und die Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten – besonders wertvoll für Kinder mit nonverbalen Kommunikationsbedürfnissen (Schopler et al., 1995).
Individualisierung und personalisierte Programme
TEACCH fördert ein hohes Maß an Individualisierung, wobei jeder Schüler einen individuellen Stundenplan und eine eigene Arbeitsmethode hat (Mesibov et al., 2005). SENcastle ermöglicht eine ähnliche Personalisierung – Farben, Klänge, Stimulationsniveaus und Aufgaben können an die spezifischen Bedürfnisse jedes Nutzers angepasst werden, einschließlich unterschiedlicher sensorischer Profile und verschiedener kognitiver Fähigkeiten.
Praktische Anwendung: Schule, Zuhause und Therapiezentren
Beide Systeme – TEACCH und SENcastle – lassen sich in verschiedenen Umgebungen einsetzen. TEACCH findet Anwendung in Klassenzimmern, Therapiezentren und zu Hause. SENcastle, ein tragbares und flexibel anpassbares Gerät, kann nahtlos in denselben Umgebungen genutzt werden und gewährleistet so die Kontinuität des strukturierten Lernens zu Hause, insbesondere wenn Eltern den Lernprozess spielerisch in einer sicheren und vertrauten Umgebung fortsetzen möchten (Therapro, 2024).
TEACCH + SENcastle = Sensorische Wirksamkeit
Die Kombination der TEACCH-Methode und SENcastle schafft einen wirkungsvollen, ganzheitlichen Lernansatz, der visuelle Strukturierung, sensorische Regulation und Kommunikationsförderung integriert. Diese Synergie verbessert Aufmerksamkeit, Engagement und Kommunikation und reduziert herausforderndes Verhalten – Schlüsselfaktoren für die langfristige Entwicklung neurodiverser Kinder.
Referenzen
Baranek, GT, David, FJ, Poe, MD, Stone, WL & Watson, LR (2006): Sensory Experiences Questionnaire: Discriminating sensory features in young children with autism, developmental delays, and typical development. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 47(6), 591–601.
Mesibov, GB, Shea, V., & Schopler, E. (2005): Der TEACCH-Ansatz bei Autismus-Spektrum-Störungen. Springer.
• Schopler, E., Mesibov, GB & Hearsey, K. (1995): Strukturiertes Lehren im TEACCH-System. In E. Schopler & GB Mesibov (Hrsg.), Lernen und Kognition bei Autismus (S. 243–268). Springer.
• Quill, KA (2000): Do-Watch-Listen-Say: Soziale und kommunikative Intervention für Kinder mit Autismus. Brookes Publishing.
• Therapro Blog. (2024): Integration sensorischer Hilfsmittel in strukturierte Lernumgebungen.