Eine Studie über den Einsatz von SENcastle in der Arbeit mit Kindern mit Entwicklungsstörungen
Eine neue Form der sensorischen Unterstützung
Im modernen Umgang mit Kindern mit Entwicklungsstörungen wird zunehmend Wert auf sensorische Stimulation und individuell zugeschnittene Interventionen gelegt, die den jeweiligen Bedürfnissen und Merkmalen des Kindes gerecht werden. Technologische Fortschritte haben die Entwicklung spezialisierter Hilfsmittel wie SENcastle ermöglicht – einem mobilen, kompakten Sinnesraum, der eine anregende und strukturierte Umgebung zum Spielen, Lernen und für therapeutische Aktivitäten bietet. SENcastle wurde entwickelt, um die Selbstregulation sowie die soziale und kognitive Entwicklung zu fördern, und erfreut sich daher wachsender Beliebtheit bei Fachkräften, die mit Kindern mit Entwicklungsstörungen arbeiten. In diesem Blog präsentieren wir die Ergebnisse einer Nutzerzufriedenheitsstudie zu SENcastle in Kroatien sowie eine kritische Analyse seiner Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.
Fachleute und Institutionen, die SENcastle nutzen
An der Studie nahmen 37 Fachkräfte aus verschiedenen Regionen Kroatiens teil, darunter Sonderpädagogen, Logopäden, Psychologen, Ergotherapeuten und Erzieher. Alle Teilnehmenden nutzten SENcastle seit mindestens einem Jahr, was die Zuverlässigkeit der Ergebnisse aufgrund der zwölfmonatigen Erfahrung erhöht. Dank seiner Funktionen ist SENcastle vielseitig einsetzbar und kann an unterschiedliche therapeutische und pädagogische Ziele angepasst werden. Unsere Forschungsergebnisse bestätigen dies und zeigen, dass es in zahlreichen Einrichtungen wie Kindergärten, Regelschulen, Förderschulen, Kliniken und Privatpraxen Anwendung findet.
Nutzerpopulation und ihre Entwicklungsmerkmale
Die meisten Fachkräfte nutzen SENcastle in der Arbeit mit Vorschulkindern (3–6 Jahre) und Kindern im frühen Schulalter (7–10 Jahre). Im Gegensatz dazu verwendeten weniger Teilnehmende SENcastle bei Kindern über 10 Jahren. Die Studie umfasste insgesamt 475 Kinder. Die Kinder, die SENcastle am häufigsten nutzen, weisen Diagnosen wie Autismus-Spektrum-Störung (ASS), geistige Behinderung, ADHS, motorische Schwierigkeiten und Mehrfachbehinderungen auf. Dieses Nutzerprofil entspricht einer Population, für die sensorische Integration, eine strukturierte Umgebung und ein Gefühl der Sicherheit Schlüsselelemente für eine wirksame Intervention darstellen.
Methode und Häufigkeit der Anwendung
Fachkräfte nutzen SENcastle in der Regel mehrmals wöchentlich in Einzelsitzungen, manche auch in kleinen Kindergruppen. Eine Sitzung dauert im Durchschnitt 5–15 Minuten – die optimale Dauer, um die Aufmerksamkeit zu erhalten und sensorische Überlastung zu vermeiden. Dank seiner flexiblen Gestaltung eignet sich SENcastle für verschiedene therapeutische Aktivitäten. So nutzen es manche Fachkräfte beispielsweise als Einstieg in geplante Therapiesitzungen, andere zur Förderung der emotionalen Selbstregulation, als Belohnung für Kooperation und Anstrengung bei kognitiv anspruchsvollen Aufgaben oder als Raum zur Anregung kognitiver und sprachlicher Fähigkeiten durch sensorische Karten und hochwertige sensorische Reize.
Auffällige Veränderungen in verschiedenen Entwicklungsbereichen
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Fachkräfte die deutlichsten Veränderungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Selbstregulation und soziale Interaktion beobachten. SENcastle ermutigt Kinder, selbstständig zu erkunden, Entscheidungen zu treffen und Eigeninitiative zu ergreifen – Faktoren, die sich in der Entwicklung von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als entscheidend erwiesen haben. Die Kinder zeigen zudem eine verbesserte Sprachproduktion, ein besseres Verständnis von Anweisungen und eine stärkere Beteiligung an strukturierten Aufgaben. Diese Ergebnisse decken sich mit der Theorie der sensorischen Integration (Ayres, 2005), die besagt, dass eine gezielte sensorische Reizverarbeitung funktionale Verhaltensweisen positiv beeinflussen kann. Die Befunde stimmen auch mit den Arbeiten von Schaaf und Mailloux (2015) überein, die die Bedeutung multisensorischer Stimulation in therapeutischen Ansätzen für Kinder mit Entwicklungsstörungen hervorheben.
Bevorzugter sensorischer Inhalt
Bei der Verwendung von SENcastle berichten Fachleute am häufigsten von der Verwendung von Sinneskarten mit Schwerpunkt auf Entspannung und Stimulation, gefolgt von Karten mit pädagogischem Inhalt und interaktiven Sinneskarten, die eine maximale Individualisierung auf Grundlage der geplanten Aktivitäten des jeweiligen Kindes oder der individuellen Bedürfnisse und Vorlieben ermöglichen.
Das Vibrationskissen erfreut sich bei sensorischen Kissen eindeutig größter Beliebtheit. Ganze 77,3 % der Befragten nannten es als ihre erste Wahl. Weitere 54,5 % der Teilnehmer wählten das taktile „Haus“-Kissen als zweite Wahl. Mit seinem fröhlichen, farbenfrohen Design und den verschiedenen Texturen bietet es ein reichhaltiges taktiles Erlebnis. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Nutzer häufig intensivere sensorische Reize suchen. Fachkräfte nutzen diese Art von Reizen mithilfe von sensorischen Kissen, um individuelle Aktivitäten zu planen, die nicht nur sensorische Bedürfnisse befriedigen, sondern auch Übergänge erleichtern, Ängste reduzieren und die Konzentration während der Teilnahme fördern.
Professionelle Zufriedenheit und Kindererfahrung
Die Befragten äußerten sich sehr zufrieden mit der Nutzung von SENcastle. Bis zu 95 % der Fachkräfte bewerteten das System als „sehr effektives“ oder „ausgezeichnetes“ Werkzeug in ihrer Arbeit mit den Nutzern. Kinder zeigen vom ersten Kontakt mit der Technologie an Neugier und Begeisterung und entwickeln meist schnell ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Einige Studienteilnehmer berichteten, dass Eltern positive Verhaltensänderungen bei ihren Kindern und ein gesteigertes Interesse an Aktivitäten zu Hause beobachteten. Fachkräfte betonen, dass SENcastle keine zusätzlichen technischen Schulungen erfordert, einfach zu bedienen ist und den therapeutischen Prozess nicht behindert. Dadurch eignet es sich besonders für Einrichtungen mit begrenzten Ressourcen.
Die Zukunft der sensorischen Integration und assistiven Technologien in inklusiven Umgebungen
Auf Grundlage der Forschungsergebnisse erweist sich SENcastle als wertvolles Instrument, das nicht nur bestehende Methoden in der Arbeit mit Kindern mit Entwicklungsstörungen ergänzt, sondern auch neue Möglichkeiten für innovative, motivierende und praxisnahe Ansätze eröffnet. Die Integration technologischer Lösungen wie SENcastle in den Alltag trägt zur verbesserten Entwicklung der emotionalen Selbstregulation sowie besserer sozialer und kognitiver Fähigkeiten bei und führt letztlich zu einer stärkeren Inklusion dieser Kinder in das Bildungssystem und das soziale Umfeld. Zahlreiche Studien bestätigen die Bedeutung multisensorischer Integration für die Entwicklung kognitiver und sozio-emotionaler Fähigkeiten bei Kindern mit Autismus und anderen neurologischen Entwicklungsstörungen (Baranek et al., 2013; Dunn, 2007). Lösungen wie diese weisen den Weg, in den sich therapeutische und pädagogische Praktiken in inklusiven Gemeinschaften zunehmend entwickeln und tragen dazu bei, eine Gesellschaft zu schaffen, die Neurodiversität wertschätzt.
Referenzen:
• Ayres, AJ (2005). Sensorische Integration und das Kind. Western Psychological Services.
• Baranek, GT, et al. (2013). Sensorische Merkmale bei Autismus: Eine faktorenanalytische Untersuchung. Journal of Autism and Developmental Disorders.
• Dunn, W. (2007). Kinder durch die Nutzung von Kenntnissen zur sensorischen Verarbeitung bei der erfolgreichen Teilhabe am Alltag unterstützen. Säuglinge und Kleinkinder.
• Schaaf, RC, & Mailloux, Z. (2015). Leitfaden für Kliniker zur Implementierung der sensorischen Integration nach Ayres. American Journal of Occupational Therapy.